News


Die aktuellen Bundesbank-Zahlen im Kontext der Kreditprüfung

Die aktuelle Umfrage zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) der Deutschen Bundesbank, veröffentlicht am 21. Juli 2026, zeigt, dass Banken derzeit Kredite zurückhaltender vergeben. Kreditinstitute und Banken verändern die Anforderungen an die eigene Kreditprüfung spürbar.

Drei Kreditarten, drei Richtungen

Bei Firmenkrediten liegt der Nettosaldo bei plus 10 Prozent. Das ist der Saldo aus Banken, die ihre Vergabestandards verschärft haben, und Banken, die sie gelockert haben. Der Wert ist niedriger als im Vorquartal (plus 16 Prozent), signalisiert aber weiterhin eine restriktive Linie. Als Grund nennen die Banken vor allem gestiegene Kreditrisiken, branchen- und unternehmensspezifische Faktoren sowie die gedämpfte Konjunktur.

Bei Wohnungsbaukrediten hat sich der Trend sogar verschärft: Der Nettosaldo stieg von plus 4 auf plus 7 Prozent. Dabei differenzieren die Institute zunehmend nach energetischem Standard. Für Gebäude mit schlechter Energiebilanz werden die Kriterien strenger. Für Immobilien mit hoher oder angestrebter Energieeffizienz bleiben die Banken dagegen eher aufgeschlossen. Energieeffizienz wird damit zu einem eigenständigen Prüfkriterium in der Baufinanzierung.

Bei Konsumentenkrediten bleibt der Nettosaldo mit plus 11 Prozent gegenüber dem Vorquartal unverändert restriktiv. Gleichzeitig ist die Nachfrage privater Haushalte so stark gesunken wie seit drei Jahren nicht mehr. Bei Unternehmen zeigt sich ein geteiltes Bild: Grosse Unternehmen fragen wieder mehr Kredite nach, meist zur Refinanzierung, während die Nachfrage im Mittelstand weiter rückläufig ist. Banken müssen also strenger prüfen und sich zugleich auf ein verändertes, nach Unternehmensgrösse gespaltenes Antragsverhalten einstellen.

Wie wirkt sich das auf die Kreditprüfung aus?

Mit manuellen oder starren Prozessen können Kreditgeber steigende Risiken und neue Kriterien wie die Energieeffizienz schwieriger abbilden. Wer die Kreditwürdigkeitsprüfung nicht anpasst, riskiert entweder zu lange Bearbeitungszeiten oder unsauber dokumentierte Entscheidungen. Beides ist im aktuellen Regulierungsumfeld ein Problem.

Mit Credito und MONTO begleiten wir Kreditgeber genau an diesem Punkt. Beide Anwendungen unterstützen den automatisierten Prüfprozess durch konfigurierbare und klar nachvollziehbare Kreditentscheidungen. So entscheiden Kreditgeber auch in einem restriktiveren Marktumfeld schnell und sicher, ohne an Sorgfalt zu verlieren.

Was bedeutet das für das Fördergeschäft?

Diese Entwicklung hat auch Relevanz im Fördergeschäft. Die schärferen Vergabestandards wirken über die klassische Kreditfinanzierung hinaus. Vergeben Banken ihre Darlehen restriktiver, gewinnen Förderkredite als ergänzender Baustein an Bedeutung, etwa bei energetischen Sanierungen. Landesförderbanken und Kreditinstitute müssen ihre Prüfprozesse deshalb enger verzahnen.

In MONTO ergänzen Beratende ein solches Kriterium dagegen einfach als zusätzliche Regel im bestehenden Scoring- und Prüfprozess. Die Entscheidung bleibt für Aufsicht und Kund:innen gleichermassen nachvollziehbar, und Beratende behalten die Zeit für das Gespräch mit ihnen.

Unser Fazit: Die Bundesbank-Zahlen sind kein Grund zur Beunruhigung, sondern eine Bestätigung dafür, dass sich der Kreditmarkt gerade neu ordnet. Institute, die ihre Prüfprozesse jetzt digital und flexibel aufstellen, verschaffen sich einen Vorsprung. Das gilt unabhängig davon, ob sich die Standards im nächsten Quartal weiter verschärfen oder wieder lockern.

Sie möchten herausfinden, wie Sie neue Prüfkriterien wie Energieeffizienz oder branchenspezifische Risikoaufschläge in Ihrer bestehenden Systemlandschaft abbilden können? Dann sprechen Sie mit unserem Team – wir zeigen Ihnen, wie Credito und MONTO sich in Ihre Prozesse einfügen lassen.


Quelle 
Deutsche Bundesbank: «Juli-Ergebnisse der Umfrage zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) in Deutschland», 21. Juli 2026.